Wichtige Tipps zur Heizöllagerung – Fragen und Antworten

 

  • Was ist bei der Installation von Heizöltanks zu beachten?
    - Es dürfen nur Lagerbehälter mit entsprechendem Eignungsnachweis (DIN, Bauartzulassung oder Eignungsfeststellung) installiert werden.
    - Auch das Füll- und Entnahmesystem muss eine Zulassung für den betreffenden Tank haben (bei Batterietankanlagen). Achtung: Bei Füllleitungen mit Steckverschlüssen sind Sicherungsschellen erforderlich.
    - Beim Einbau und bei der Aufstellung von Anlagenteilen sind die Auflagen in der behördlichen Zulassung und in den Montagevorschriften zwingend zu beachten. Die Zulassung muss bei der Anlage aufbewahrt werden.
    - Unterirdische Stahlbehälter müssen auf der Baustelle vor der Einlagerung in das Erdreich einer Überprüfung der äußeren Isolierung mit Hochspannung (14 kV) unterzogen werden. Diese Untersuchung stellt sicher, dass ein unterirdischer Stahltank ohne Beschädigung eingebracht wird.

  • Welche Unterlagen benötige ich für meine Tankanlage?
    - Baugenehmigung (für Tanks über 5.000 l).
    - Anzeigebestätigung der Unteren Wasserbehörde (alle Erdtanks und oberirdische Anlagen über 1.000 l)
    - Bauartzulassung und Protokolle der Sachverständigenprüfungen

  • Wie sollte man Heizöl lagern?
    - Heizöl ist ein Naturprodukt, das einer natürlichen Alterung unterliegt. Dabei können sich Sedimente bilden, die sich am Tankboden absetzen. Wie bei allen natürlichen Produkten begünstigen Lichteinfall, Sauerstoff und Kondenswasser diesen Alterungsprozess. Diese Einwirkungen sollten daher auf ein Minimum reduziert werden. Eine gewisse Sedimentbildung im Bereich des Tankbodens ist allerdings normal und unbedenklich.

  • Sind dunkle Ablagerungen an den Wandungen eines Kunststofftanks kritisch?
    Ablagerungen sind in der Regel unkritisch, können aber dazu führen, dass der Füllstand nicht mehr genau von außen bestimmt werden kann. In diesen Fällen können Füllstandsanzeiger nachträglich installiert werden.

    Wichtig: Mit einer lichtgeschützten Aufstellung verbessern Sie die Lagerbedingungen für Heizöl und verringern die Bildung von Ablagerungen.

  • Wann muss ich einen Heizöltank reinigen?
    Aufschluss über die Sedimentbildung und etwaige Korrosionserscheinungen an Stahltanks erhalten Sie durch eine fachgerechte Tankinspektion. Wiederholte Filterverstopfung oder eine Wasserphase auf dem Tankboden sind Indizien für eine notwendige Tankreinigung. In welchen Abständen eine solche Inspektion und Tankreinigung durchzuführen ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten vor Ort ab. Eine pauschale Empfehlung dazu kann daher nicht gegeben werden. Die Tankreinigung sollte vorzugsweise bei einem nahezu leeren Tank vorgenommen werden. Es empfiehlt sich, die ausgepumpte Restmenge zu entsorgen und das Leitungssystem komplett zu reinigen. Auch hier verlassen Sie sich bitte ausschließlich auf einen Fachmann in Ihrer Nähe.

  • Wann brauche ich Premium- Heizöl?
    Premium- Heizöle enthalten ein Additivpaket, das spezifische Eigenschaften des Brennstoffs verbessert. Die Lagerstabilität des Heizöls und die Betriebssicherheit der Ölheizung werden nachweislich erhöht. Der typische Ölgeruch beim Befüllvorgang wird durch Duftstoffe gemildert. Da sich die Vorteile dieser Heizölsorte sowohl bei modernen, als auch bei älteren Heizungsanlagen zeigen, wird sie von vielen Heizgeräteherstellern empfohlen. Premium-Heizöl wird heute von nahezu allen Lieferanten angeboten.

  • Was ist beim Einsatz von Heizöl EL schwefelarm zu beachten?
    Diese Heizölsorte wurde speziell für die hocheffiziente und energiesparende Öl- Brennwerttechnik entwickelt. Durch die besonders saubere Verbrennung von Heizöl EL schwefelarm werden die Schadstoffemissionen auf ein Minimum reduziert. Gleichzeitig erhöht sich dadurch die Lebensdauer der Heizung. Diese Vorzüge können auch in herkömmlichen Heizungsanlagen genutzt werden.
    Übrigens: Beim Einsatz von schwefelarmem Heizöl darf bei Öl- Brennwertgeräten bis 200 kW auf die Neutralisationseinrichtung verzichtet werden!

  • Wann sind Korrosionserscheinungen an Stahltanks bedenklich?
    Korrosionserscheinungen können bei Stahltanks durchaus vorkommen. Sollte von einem Fachmann/Sachverständigen jedoch eine Innenkorrosion festgestellt werden, sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

    - Einbau einer Kunststoff- Innenhülle mit Leckanzeigegerät.
    - Aufbringen einer Innenbeschichtung im Tank.

    Nicht empfehlenswert sind:
    - Innenschutzanstriche, die keine feste Verbindung mit dem Untergrund eingehen (sog. Fließbeschichtungen).
    - Eine chemische Vorbehandlung des Untergrundes.
    - Kathodische Innenkorrosionsschutz- Systeme auf Elektrolytbasis (IKS- System mit Opferanoden).

    Hinweis: Im Falle einer Störung der Heizungsanlage, die durch ein IKS- System verursacht wurde, werden Gewährleistungsansprüche von Seiten der Heizöllieferanten und der Herstellerindustrie in der Regel abgelehnt.

  • Wann sind Verformungen an Kunststofftanks (PE/PA) kritisch?
    Bei alten Tankanlagen kann es durch die früher verwendeten Werkstoffe im Laufe der Zeit zu Verformungen kommen. Sollten sich so genannte Elefantenfüße ausgebildet haben, ist der Einbau einer neuen doppelwandigen Tankanlage sinnvoll. Damit wird auch ein gemauerter Auffangraum überflüssig. Alternativ ist auch der Einsatz eines einwandigen GFK-Tanks (entsprechend der Aufstellbedingungen in den Verordnungen der einzelnen Bundesländer) empfehlenswert.

  • Wann ist die Umrüstung der Heizölversorgung von einem Zweistrang auf ein Einstrangsystem sinnvoll?
    Grundsätzlich ist für die Verbindung zwischen Tank und Brenner eine Ölversorgung als Einstrangsystem vorzuziehen, da es als selbstsicheres System ausgeführt werden kann. Im Einstrangsystem wird das Heizöl nicht stetig in den Tank zurückgeführt und so die Lagerstabilität begünstigt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Heizungsfachbetrieb, ob im Rahmen einer anstehenden Modernisierungs- oder Reparaturmaßnahme eine Umrüstung auf ein Einstrangsystem vorgenommen werden kann.

  • Wann ist der Austausch des Grenzwertgebers erforderlich?
    Ihr Grenzwertgeber sollte grundsätzlich im Rahmen jeder Wartung überprüft werden. Moderne Geräte sind konstruktionsbedingt verbessert und bieten daher eine höhere Funktionssicherheit. Nur ein Fachmann kann entscheiden, ob ein Austausch erforderlich ist.

  • Was kann man bei einem schadhaften Auffangraum tun?
    Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten:
    - Mit zugelassenem Dreifachanstrich ist die Dichtheit des Auffangraumes wieder herzustellen. Zuvor müssen schadhafte Stellen bauseitig fachgerecht ausgebessert werden.
    - Der Auffangraum kann ebenso durch eine zugelassene Kunststofffolie komplett ausgekleidet werden.

  • Werden alte einwandige Batterietanks durch moderne doppelwandige Tanksysteme ersetzt, ist ein öldichter Auffangraum nicht mehr erforderlich. Dies gilt auch für einwandige GFK- Tanks entsprechend der Aufstellbedingungen in den Verordnungen der einzelnen Bundesländer.

  • Einwandige Tankanlagen können zu einem doppelwandigen System umgerüstet werden, indem eine Innenhülle eingezogen wird. Auch dann ist der öldichte Auffangraum nicht mehr vorgeschrieben.

  • Welche Maßnahmen sind bei einem Erdtank notwendig, wenn der Domschacht nicht mehr flüssigkeitsdicht ist?
    - Erneuerung der Domschachtabdeckung, um das Eindringen von Regenwasser zu verhindern.
    - Aufsetzen eines Sanierungsdomschachtes.
    - Installation eines Auffangbehälters für Öltropfen unterhalb des Füllanschlusses.

  • Was ist im Schadensfall zu tun?
    Das Austreten von Heizöl über den Bereich der Heizöllageranlage (z.B. Auffangraum) hinaus ist der Wasserbehörde Ihres Landkreises, Ihrer kreisfreien Stadt oder der nächsten Polizeibehörde zu melden. Dies ist nicht erforderlich, wenn das ausgelaufene Heizöl mit einfachen technischen Mitteln (z.B. kleinflächigem Abstreuen und Aufnehmen mit Bindemitteln) vollständig beseitigt werden kann und Kläranlagen, Boden, Oberflächengewässer oder Grundwasser nicht verschmutzt wurden. Im Zweifelsfall rufen Sie die zuständige Wasserbehörde, einen Sachverständigen oder einen Fachbetrieb an. (Bei einem Schadensfall oder einer Störung ist die Anlage unverzüglich außer Betrieb zu nehmen). ( Quelle: IWO )